Wir & ich : Roman

De Coster, Saskia, 2016
Öffentliche Bücherei Pfaffenhofen
Verfügbar Ja (1) Titel ist in dieser Bibliothek verfügbar
Exemplare gesamt 1
Exemplare verliehen 0
Reservierungen 0 Reservieren
Medienart Buch
ISBN 978-3-608-50156-8
Verfasser De Coster, Saskia Wikipedia
Beteiligte Personen Hessel, Isabel Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen, Novellen
Verlag Tropen
Ort Stuttgart
Jahr 2016
Umfang 406 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Saskia De Coster. Aus dem Niederländ. von Isabel Hessel
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Monika Roth;
Familiendrama aus Belgien - ironisch gebrochen. (DR)
"Wir & ich" ist der fünfte Roman der flämisch-belgischen Schriftstellerin und Journalistin, jedoch der erste, der ins Deutsche übertragen wurde. De Coster beschreibt auf rund 400 Seiten das Leben der Familie Vandersanden - nach Jahren geordnet und in einzelne Kapitel aus der Perspektive jeweils eines Familienmitglieds unterteilt. Der Roman beginnt mit der Geburt der Tochter Sarah im Jahr 1980 und endet im New York des Jahres 2013, wieder aus der Perspektive Sarahs erzählt. Die Vandersandens sind eine Oberschichtfamilie in Belgien und wohnen in einer Siedlung namens "Der Berg", die sich, abgeschottet von den einfachen Leuten, auf einer Anhöhe befindet. Dort leben die Familien in großen Villen mit Swimmingpools, musterhaft gepflegten Gärten und Tennisplätzen. Die Väter und die Kinder verlassen morgens das Haus, die Mütter bleiben bis zum Abend allein, gefangen in ihrem Luxus-Hausfrauen-Dasein. Leute aus dem Dorf kommen nur als Putzfrauen und Handwerker vor.
Mieke ist eine typische Bewohnerin des "Berges", die ihren Notar-Beruf mit der Geburt ihrer Tochter aufgegeben hat und ihre überschüssige Energie und die gereizten Nerven durch das stundenlange Kämmen ihrer wertvollen Perserteppiche abbaut und beruhigt. Ihr Mann Stefaan passt von seiner Herkunft her nicht auf den Berg, er ist ein Bauernsohn, hat sich aber nach seinem Medizinstudium als leitender Angestellter eines großen Pharmaunternehmens hinaufgearbeitet. Von Beginn des Romans an erfahren die LeserInnen von den großen Tragödien in Stefaans Jugend, dem Unfalltod seines kleinen Bruders und dem Selbstmord des Vaters, und auch Stefaan scheint nicht frei von dunklen Familienzügen. Tochter Sarah darf Besuch nur empfangen, wenn er mindestens zwei Wochen vorher angekündigt wurde. Sie wehrt sich gegen den goldenen Käfig, indem sie mit Schulfreundinnen Musik macht und mit Drogen experimentiert. Ihr Vor- und Gegenbild ist Jempy, der Bruder der Mutter, der, auf Heimaturlaub vom Gefängnis, in die heile Welt am Berg einbricht. Schließlich kommt es in Sarahs Maturajahr zu einer Familientragödie, die zu einer langsamen Annäherung von Mutter und Tochter führt. Ob die Geschichte der Vandersandens in der nächsten Generation weitergeht, lässt die Autorin offen.
Ein Roman, der mit der dichten psychologischen Schilderung der einzelnen Charaktere und dem oft abgründig schwarzen Humor überzeugt. Interessant ist auch der Titel. Bis zum Ende des Romans ist nicht klar, wer dieses allwissende "Wir", das die Handlung begleitet, tatsächlich ist - hier bleiben viele Deutungen möglich. Sehr spannend zu lesen und empfehlenswert.

Leserbewertungen

Es liegen noch keine Bewertungen vor. Seien Sie der Erste, der eine Bewertung abgibt.
Eine Bewertung zu diesem Titel abgeben